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Gestaltwandler des Mittelmeers: Die unglaublichen Fähigkeiten der Nudibranchs

  • 18. Feb.
  • 2 Min. Lesezeit

Ein Lebewesen, das die Fähigkeiten dessen übernehmen kann, was es frisst, klingt wie ein gruseliges Monster aus einer Horrorserie wie Supernatural. Aber was wäre, wenn wir dir sagen würden, dass diese Lebewesen nicht nur existieren, sondern dass du sie sogar treffen kannst (und sie sind niedlich!)


Wir sprechen natürlich von Nudibranchs. Einfach gesagt sind sie Unterwasserschnecken. Klingt jetzt viel langweiliger, oder? Aber lass dich nicht täuschen, sie haben nichts mit den Schnecken zu tun, die in deinem Garten am Salat knabbern. Diese kleinen Wunderwesen gibt es in so vielen verschiedenen Formen und Farben, dass sie oft als „Unterwasser-Pokémon“ bezeichnet werden, und obwohl sie unglaublich cool aussehen, ist ihr Aussehen das Uninteressanteste an ihnen!


Nacktschnecken sind wie (sehr kleine) Gestaltwandler; sie haben die fast übernatürliche Fähigkeit, ihren Körper so anzupassen, dass sie wie ihre Beute aussehen, und sie können die besonderen Fähigkeiten ihrer Beute absorbieren, um sie für sich selbst zu nutzen.



Einer unserer absoluten Favoriten ist die Pinke Flabellina (oder Flabellina affinis). Pinke Flabellinas ernähren sich von Hydropolypen, sesshaften Tieren mit Nesselzellen, die für die meisten Organismen ziemlich schädlich sind. Nicht jedoch für die Flabellinas: Diese Nudibranchs fressen die Hydropolypen gerne und speichern dann deren Nesselzellen in den stacheligen Cerata auf ihrem Rücken, um sich gegen Fressfeinde zu verteidigen. Sie nutzen ihre Beute sogar als „Leibwächter” für ihre Eier, indem sie spiralförmig um die Hydropolypen herum Eier ablegen, da sie wissen, dass schädliche Organismen von diesen gestochen werden.


Pinke Flabellinas sind – Überraschung – knallpink und werden bis zu 4 Zentimeter groß, wodurch sie leicht zu entdecken sind, egal ob man Erfahrung mit der Suche nach Nudibranchs hat oder nicht. Wir haben sogar einen speziellen Tauchplatz, den wir gerne als Flabellina-Himmel bezeichnen, weil wir dort immer viele Flabellinas sehen!



Sprechen wir über eine weitere unglaublich coole Nudibranch – die grüne Elysia (oder Elysia timida). Diese sind viel schwieriger zu entdecken, da sie maximal 1,2 Zentimeter groß werden. Sie sind weiß mit winzigen roten Punkten und kommen auf algenbedeckten Felsen vor, da Algen ihre bevorzugte Nahrung sind. Grüne Elysias praktizieren Kleptoplastie. Das bedeutet, dass sie beim Verzehr von Algen deren Chloroplasten nicht verdauen, sondern in ihrem Rücken speichern, wo sie weiterhin Photosynthese betreiben und die Nacktschnecke mit Sonnenenergie versorgen. Die Elysia kann regulieren, wie viel Sonne die Chloroplasten erhalten, indem sie die Parapodien auf ihrem Rücken öffnet oder schließt. Wenn man genau hinsieht, kann man die grüne Farbe der Chloroplasten erkennen.



Neben Nudibranchs, die Nesselzellen und Chloroplasten stehlen, gibt es auch solche, die Giftstoffe stehlen, wie beispielsweise die Riesendoris (oder Felimare picta). Die Riesendoris kann bis zu 19 Zentimeter groß werden, sodass sie aufgrund ihrer Größe leicht zu erkennen ist, aber sie ist unglaublich selten zu finden. Ihre Nahrung besteht aus einer Auswahl von Schwämmen, die Giftstoffe produzieren, um sich vor Fressfeinden zu schützen, aber die Riesendoris ist von diesen Giftstoffen nicht betroffen und unbeeindruckt. Stattdessen recycelt sie die Giftstoffe, um sie als eigene Schutzform zu nutzen. Das war sicherlich nicht die Absicht der Schwämme!


Wenn du diese Unterwasser-Pokémon selbst entdecken möchtest, nimm einfach an einem unserer Tauchausflüge teil und sag deinem Guide, dass du auf der Suche nach Nudibranchs bist. Wir helfen dir gerne bei der Suche!

 
 
 

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